PDF-Text

CONFRERIE HORLOGERE

GILDE

Schon seit einiger Zeit liess Mathias Buttet, den Gründer und Präsidenten von BNB CONCEPT S.A., eine Frage nicht los: «Was könnte man tun, um talentierten jungen Uhrmachern einen Anreiz zu geben, sich selbst zu übertreffen und der Passion, die sie in ihrem ganz besonderen Beruf beflügelt, freien Lauf zu lassen?» Was wäre ihr kühnster Traum? Und wie könnte man ihnen dabei helfen, ihn zu verwirklichen? Eine Idee trat dabei bald in den Vordergrund: Einer neuen Generation fähiger Uhrmacher die Chance zu geben, aus ihrer Phantasie heraus einmalige, ganz von ihrer Persönlichkeit und Lebensgeschichte geprägte Uhrwerke zu schaffen – aus dem Bauch heraus, sozusagen – und mit ihrem Namen dafür einzustehen. Dies war die Geburtsstunde der Uhrmachergilde, unter der Schirmherrschaft von BNB CONCEPT. Die bei den Komplikationsuhren für höchste Ansprüche weltweit führende Manufaktur stellt nämlich der Uhrengilde ihre industrielle un logistische Infrastruktur für dieses Projekt zur Verfügung. Jedes Jahr sollen 7 herausragende Talente unter den 200 Angestellten von BNB CONCEPT in die Uhrmachergilde aufgenommen werden. Diese haben dann die Chance, eine Uhr samt Werk, mit der sie sich identifizieren können, ganz nach ihren Vorstellungen zu entwickeln, im Einklang mit den Grundsätzen der Charta der Uhrengilde . Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter von BNB CONCEPT beträgt 27 Jahre. Diese Jugendlichkeit ist ein wichtiger Trumpf für das Unternehmen: Sie steht für Begeisterung, Frische und Wagemut: von BNB erkannte und auch genutzte Qualitäten, die von ihrer Kundschaft ebenfalls sehr geschätzt werden. Der wichtigste Wert bei BNB CONCEPT ist der Respekt, der auf allen Ebenen zum Tragen kommt: Respekt vor den Menschen (Kunden und Angestellten), Respekt vor den Uhrmacherberufen, Respekt vor der Tradition ebenso wie vor der modernen Technik, die ein immer kreativeres Arbeiten erlaubt. Hier gibt es keine Fliessbandarbeit; jeder Mechaniker, jeder Uhrmacher ist von A bis Z für seine Aufgabe verantwortlich und darf entsprechend stolz darauf sein, wenn das fertiggestellte Werk ausgeliefert wird. Eine neue Ära ist in der Uhrmacherei angebrochen, und es ist gut, dass darin neue Marken erscheinen, die den Namen jener Personen tragen, die die Werke ihrer Kollektionen auch tatsächlich gebaut haben. Unsere jungen Uhrmacher von heute begeistern sich für neue Technologien und sind auf die Zukunft ausgerichtet, haben sich aber einen tiefen Respekt vor den alten Meistern bewahrt, deren Enthusiasmus und offenen Geist sie in der Gegenwart leben.

BNB CONCEPT...

... weltweit führender Hersteller von Uhrwerken mit Komplikationen. BNB CONCEPT « motorisiert » für ihre Kundschaft Komplikationsuhrwerke für höchste Ansprüche. Bei BNB CONCEPT ist das « einfachste » Werk nichts weniger als ein Tourbillon. Von den zahlreichen Kreationen der Manufaktur haben gegen dreissig Kunden-Marken profitiert, um sich an der Spitze der Branche zu halten oder sich dort zu etablieren, wobei es sich meist um Weltpremieren handelte. Die Zuverlässigkeit der ausgelieferten Stücke (sehr geringer Anteil an Reparaturen) hat den Markt dermassen überzeugt, dass manche Partner das Label « BNB Inside » oder « By BNB » als Gütesiegel für Qualität und Innovation verwenden.

UHRENGILDE

Die Uhrengilde arbeitet im Team. Auch wenn für den Entwurf und den Zusammenbau jeder Uhr ein einziges Gildenmitglied verantwortlich ist, kann das Projekt nur realisiert werden mit Hilfe des Technikers, der die Pläne zeichnet, des Mechanikers, der die Bestandteile herstellt, des Elektro-Galvanoplastikers, der sie färbt, des Graveurs, der sie dekoriert, etc. Kurzum: Es braucht dazu alle Meister ihres Fachs im Unternehmen. Mittels der Uhrengilde kann auch den Kunden von BNB ein Kränzchen gewunden werden, die einem ihrer Uhrmacher das Vertrauen schenken. Wie zum Beispiel Yvan Arpa, Generaldirektor der Marke Romain Jérôme, der sich von der Persönlichkeit von David Rodriguez beeindruckt zeigte und ihm anerbot, die Titanic DNA mit seinem Werk zu bestücken, unter der Signatur «By David Rodriguez». Ein ganz neues Konzept wie die Uhrengilde sollte auch ganz neu kommuniziert werden. Um die sieben ersten Mitglieder der Gilde zu präsentieren, wurde deshalb von Elfe’s Productions ein siebenminütiger Film realisiert. Dabei stehen nicht die Kreationen der Gildenmitglieder, sondern sie selber im Mittelpunkt, nicht nur als Uhrmacher, sondern als begeisterungsfähige Menschen in ihrem Alltag.

DIE WELT DER KOMPLIKATIONEN UND DIE FRAUEN

Nach ausführlichen Recherchen steht eines fest: Im 20. Jahrhundert hat keine auf grosse Komplikationen spezialisierte Uhrenmarke je den Namen einer Frau getragen. Überhaupt hat die Uhrenwelt im Lauf der Jahrhunderte nie mit besonderem Engagement für die Sache der Frau geglänzt (milde formuliert), in der vollen Überzeugung, die Mechanik sei eine Männerdomäne! Mit der veränderten Stellung der Frau in der Gesellschaft ist alles anders geworden. Die modernen Frauen sind aktiv, viele verbinden Berufs- und Familienleben und haben einiges für Technik übrig. Nehmen wir die Autobranche als Beispiel: Lange arbeiteten dort die Konstrukteure nach dem Motto: «einen Kleinwagen für Madame, einen stark motorisiertes Auto für Monsieur», bis ihnen aufging, dass die Vans und enormen 4 x 4 hauptsächlich von Frauen gefahren werden, oft von Müttern, denen viel an Sicherheit und Platz liegt. Einige Uhrenmanufakturen ahnten etwas und präsentierten auch Damenuhren mit kleinen Komplikationen, wobei man sich im allgemeinen damit begnügte, das entsprechende Herrenmodell zu verkleinern oder mit Diamanten zu schmücken. Aber noch hat niemand daran gedacht, ein Werk ganz auf die Erwartungen und Bedürfnisse von Frauen ausgerichtet zu entwickeln. Auch keine Uhrmacherin! Die Uhrmachergilde zählt nun drei Uhrmacherinnen in ihren Reihen, die mit den nach ihnen benannten Marken diese Lücke schliessen und in ihren Kollektionen den eigens für Frauen entworfenen Komplikationen einen Ehrenplatz einräumen wollen. Ob wohl Brigitte, Clara und Sabitry zu den Suffragetten der Haute Horlogerie werden?

DAVID = « DIE SPANNKRAFT »

Die edlen Züge springen gleich ins Auge: Diesen kupfrigen Teint, die harmonischen Proportionen, die fein geschwungene Nase und den dunklen, offenen Blick hat er sicher seinen Inka-Vorfahren zu verdanken. Stimmt, David wurde in Peru geboren, aber märchenhaft waren seine ersten Lebensjahre keineswegs. Als Findelkind wird er wie durch ein Wunder von Strassenarbeitern in Lima gefunden, in ein Waisenhaus gebracht und dann in eine «Pflegefamilie» gegeben, die die ihr anvertrauten Kinder ausbeutet. Misshandelt und von der Polio geschwächt, die seine Beine lähmt, gelangt er schliesslich in die Obhut von Terre des Hommes, wo man ihm den Vornamen David gibt. Er wird von einer Familie in Neuenburg adoptiert, wächst mit Geschwistern jeder Hautfarbe auf, besucht in La Chaux-de-Fonds die obligatorische Schule und arbeitet dort schon mit 15 in einer Fabrik. Mit 17 entscheidet David sich für die Uhrmacherschule in Biel, mit 24 Jahren heiratet er und ist heute Vater von drei kleinen Mädchen, die er als seinen Sonnenschein bezeichnet. David ist ein Überlebender. Das Schicksal hat ihm Schlimmes zugemutet, aber er hat es überwunden und sich dank seiner Charakterstärke aus dem Abgrund befreien können. Die Schicksalsschläge haben ihn nicht zerstört, sondern stärker gemacht. Selbst einen Schiffbruch auf hoher See würde David wohl noch als Einziger überleben. Oder, wie Mathias Buttet, der Generaldirektor von BNB CONCEPT oft betont: «Von David geht eine gewaltige Energie aus, die alle elektrisiert, die mit ihm zu tun haben. Ein Treffen mit ihm belebt mich.» Neben Beruf und Familie hat David noch eine Leidenschaft: die Hip Hop-Szene, die ihn, wie er sagt, vorurteilslos aufgenommen hat und wo er sich gerne gelegentlich als DJ betätigt. Seine Uhr Die DNA von David ist DIE SPANNKRAFT: seine «Schlagfestigkeit» angesichts von Schocks, Traumatisierungen und Widerständen.. Der Mechanismus, den er entworfen hat, ist ihm ähnlich: strahlend und leuchtend an der Oberfläche; vernarbt mit Goldfaden, instand gesetzt mit kostbaren, widerstandsfähigen, unzerstörbaren Materialien im Innern. Als man ihn in die Uhrmachergilde aufnehmen will, zögert David keinen Augenblick und sieht darin die Gelegenheit, sich am Leben zu revanchieren. Er hegt keinen Groll, er will bloss beweisen, dass jeder Mensch ein Recht darauf hat, seine grosse Chance zu packen. An Geld oder Ruhm ist er nicht interessiert. Sein grösster Wunsch ist es, dass seine Mutter und seine Töchter stolz auf ihn sein können. Er widmet seine erste Kreation allen Menschen mit einer Behinderung, den ethnischen Minderheiten, den «Latinos del mundo», den Strassenkindern, Bidonvilles und Waisenhäusern und allen, die nicht so wie er das Glück hatten zu überleben.

BRIGITTE = « DAS VERBORGENE GESICHT »

Brigitte ist eine hübsche junge Französin aus dem Elsass mit portugiesischen Eltern. Ihnen verdankt sie bestimmt ihre grossen schwarzen Augen und ihr prächtiges dunkles Haar. Sie besucht zunächst im elsässischen Kingersheim die Schule und tritt dann ins Lycée Edgar Faure von Morteau ein, wo sie sich zur Uhrmacherin ausbilden lässt und mit dem Berufsabitur abschliesst. Mit 19 Jahren tritt sie bei Patek Philippe in Genf ins Berufsleben ein, und 2006 stösst sie zu BNB CONCEPT in Nyon. Brigitte verkörpert auf den ersten Blick perfekt die moderne Frau: sehr gepflegt, kokett, vorteilhaft modisch gekleidet, woraus man versucht wäre, auf einen oberflächlichen, selbstverliebten Charakter zu schliessen. Doch bei näherer Bekanntschaft entdeckt man rasch andere Facetten, die eine sehr viel komplexere Persönlichkeit zeigen: Ihre Fachkompetenz, die sich durch grosse Ernsthaftigkeit und Kreativität auszeichnet. Die Beziehung zu ihren Kollegen, auf die sie hörtund die wissen, dass auf sie Verlass ist : Einen Mangel an Selbstvertrauen, den sie mit ein wenig stolzem Auftreten überspielt. Die Begeisterung, mit der sie von ihrer grossen Leidenschaft erzählt, dem Salsa-Tanzen, das sie seit sechs Jahren eifrig praktiziert und auch unterrichtet. Sie ist übrigens Genfer Meisterin 2007 in dieser Sparte. So erweist sich Brigitte in Wirklichkeit als bescheidener Mensch mit viel Empathie, eine wahre Künstlerin in ihrem Metier wie in ihrem Privatleben, die unter dem falschen Bild leidet, das andere sich von ihr machen. Ihre Uhr Die DNA von Brigitte ist DAS VERBORGENE GESICHT DER DINGE: Man ist nicht immer das, was man zu sein scheint; hinter der einen Frau verbirgt sich noch eine andere; das Leben ist voll unerwarteter Entdeckungen. Das von Brigitte entworfene Werk verbirgt ein Geheimnis: Es wirkt klassisch, traditionell, enthüllt aber sein verborgenes Gesicht, wenn man einen subtil versteckten Mechanismus betätigt. Als Brigitte erfährt, dass sie Mitglied der Uhrmachergilde geworden ist, hat sie zunächst einmal Zweifel: «Werde ich diesem Anspruch gewachsen sein?» . Denn eigentlich hatte sie nie im Traum daran gedacht, einmal eine eigene Marke gründen und ihre eigenen Werke entwickeln zu können. Sie gesteht, dass die Angst zu scheitern und sich lächerlich zu machen, sie oft vor Entscheidungen zurückschrecken liess. Aber diesmal hat sie sich für das Risiko entschieden und beschlossen, sich der Herausforderung zu stellen. Bei diesem Abenteuer fühlt sie sich gestützt und mitgetragen von einem ganzen Team, und vor allem von den sechs anderen Gildenmitgliedern, die dieselbe Erfahrung machen.So oder so ist sie sicher, dass dieses Abenteuer sich als persönlicher und beruflicher Gewinn für sie erweisen wird.

KEN = « JAPANISCHE WURZELN »

Ken wurde in Genf geboren, der Vater Japaner, die Mutter Schweizerin. Angesichts seiner stolzen Haltung, seiner knappen Gesten, strengen Kleidung und des ernsten Gesichts, das wenig Emotionen verrät, fällt einem sofort ein Wort ein: Samouraï. Kens vor neun Jahren verstorbener Vater stammte aus Kagoshima im Süden Japans, einer sehr traditionsbewussten Stadt. Er war dort Sensei: Meister der Kampfkunst, im Judo und im Aikido. In diesen Disziplinen hat sich auch Ken fleissig geübt und es zum schwarzen Gürtel im Judo gebracht. Ken hat nie in Japan gelebt, dort aber mit der Familie seine Ferien verbracht. Er studierte in Genf Naturwissenschaften, bevor er sich für eine Uhrmacherlehre bei Patek Philippe entschied. Als er sein Diplom in der Tasche hatte, arbeitete er noch ein Jahr in seinem Lehrbetrieb, bevor er am 1. Juni 2007 bei BNB CONCEPT anfing. Seine Uhr Die DNA von Ken besteht aus SEINEN JAPANISCHEN WURZELN: die Perfektion, die Zen-Philosophie, die Schönheit in der Schlichtheit. Das von Ken ersonnene Werk ist wie er, karg und kraftvoll: Beim Zifferblatt : strenge Eleganz. Bei den Brücken : eine stupende technische Neuerung und die Verbindung zu Kens Wurzeln und speziell zu seinem Familienwappen, das er auf der Schulter eintätowiert trägt. Ken wurde als Erster für die Gilde bestimmt. Er traute seinen Ohren kaum, denn selbst in seinen kühnsten Träumen hätte er nicht daran zu denken gewagt, dass er die Chance bekäme, unter seinem eigenen Namen und bei völliger Wahlfreiheit der ästhetischen und technischen Mittel eine Uhr zu kreieren, die seine Persönlichkeit ausdrückt. Er ist sich dessen bewusst, was die Entwicklung einer Marke von A bis Z bedeutet: Er wird die Uhrenbranche in ihrer ganzen Vielfalt kennenlernen, von der ihm einige Facetten wie die Promotion und das Marketing noch ganz fremd sind. Er weiss auch, dass sie ihm eine Vielzahl neuer Begegnungen bescheren wird: mit den unterschiedlichsten Menschen, Kulturen, Milieus, was seine persönliche Entwicklung bereichern wird.