GREUBEL FORSEY

Zwei Uhrmacher erfinden eine neue Marke

Am Ursprung und an der Spitze von Greubel Forsey stehen die «Architekten-Mechaniker» des Double Tourbillon 30°, Robert Greubel und Stephen Forsey, die sich vor rund zehn Jahren kennengelernt haben. Der erstere stammt aus Frankreich (Elsass), der zweite aus England, als wollten sie die historische Rivalität der beiden Länder in der Uhrmacherkunst widerlegen und eine aussergewöhnliche Komplementarität 2001 gründeten die beiden Uhrmacher in La Chaux-de-Fonds die CompliTime SA, ein Unternehmen, das der Entwicklung von Komplikationsuhrwerken für Luxusuhrenmarken gewidmet ist. Mit der Lancierung der Marke Greubel Forsey wollen die Erfinder des Double Tourbillon 30° zur grösseren Freude von Sammlern und Kennern in Kleinstserien und unter Nutzung der heutigen technischen Möglichkeiten neue uhrmacherische Komplikationen kreieren.

Robert Greubel (1960)

Nach der mit einem Fähigkeitsausweis (CAP) abgeschlossenen Ausbildung zum Uhrmacher reparierte er die Uhren im Geschäft seines Vaters, bevor er wieder auf die Schulbank zurückkehrte. Mit dem Diplom der Uhrmacherschule im französischen Dreux - wo er mit der Konzeption schwierigster Komplikationsmechanismen vertraut gemacht wurde - in der Tasche, war er als Prototypenmacher bei IWC am Projekt der Grande Complication beteiligt. Nach dem Eintritt bei Audemars Piguet (Renaud & Papi) SA, ebenfalls als Prototypist, arbeitete er an zahlreichen Produktentwicklungen mit und stieg zum Co-Generaldirektor und Teilhaber des Unternehmens auf. Die Uhren werden individuell numeriert und handgraviert sein.

Stephen Forsey (1967)

im Dienste höchster Perfektion besiegeln. Der in St. Albans - wo seinerzeit einige zehntausend Marinechronometer gebaut worden waren - geborene englische Uhrmacher arbeitete als Uhrenrestaurator bei Asprey. Damit war er schon nahe an der Verwirklichung seines Wunschtraums, eines Tages Grossuhren auf Mass zu konstruieren. Schon sein Vater liebte die Mechanik… Nach der Übersiedlung in die Schweiz begegnete er 1992 Robert Greubel, dem Franzosen bei Renaud & Papi, wo er selbst bei der Konstruktion und Fertigung von Komplikationsmechanismen wie grossen Schlagwerken, Carillon-Schlagwerken, Repetitionen, ewigen Kalendern und selbstverständlich Tourbillons brillierte.

Eine entscheidende Erfindung

Als Robert Greubel und Stephen Forsey beschlossen, eine hochleistungsfähige Version des berühmten Regulierorgans mit Tourbillon zu entwickeln, gingen sie mit der gebotenen Hochachtung vor dessen Erfinder Abraham-Louis Breguet an die Arbeit, aber auch mit der Idee im Hinterkopf, über sich hinauszuwachsen und einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung dieses kostbaren Mechanismus zu leisten. Das Regulierorgan und die Hemmung waren seit je der Schwachpunkt des Uhrwerks. Während über drei Jahrhunderten arbeiteten Gelehrte aller Disziplinen - von der Mathematik bis zur Mechanik, von der Metallurgie bis zur Physik - daran, die Funktionsweise dieser Einheit zu verbessern. Nachdem sie ihre Konstruktionen durch eine Vielfalt unterschiedlicher Konzepte perfektioniert hatten, versuchten sie anschließend die äußeren Einflüsse auf den Mechanismus zu eliminieren: Temperatur- und Luftdruckschwankungen, Schwerkraft, Magnetfelder. Was den Tourbillonmechanismus betrifft, studierten Greubel und Forsey die Grundlagenforschung, wobei vor allem die Arbeiten der beiden Uhrmacher Anthony Rendall und Richard Good ihre Aufmerksamkeit erregten. In beiden Fällen waren die Drehkäfige durch 90°-Winkel verbunden und die Mechanismen für Tischuhren bestimmt. Um den besonderen Tragbedingungen der Armbanduhr gerecht zu werden, entwickelten Greubel und Forsey eine in der Uhrmacherei absolut neuartige Konstruktion: einen doppelten Tourbillon, dessen zweites Drehgestell im Innern des ersten um 30° geneigt ist, was entscheidende Vorteile gegenüber anderen denkbaren Lösungen brachte: - Das System ist in den extremen Positionen der Armbanduhr leistungsfähiger. - Es ist bei optimaler Systemgröße weniger hoch. - Der drehende Mechanismus läßt sich von außen sehr gut bewundern. Dank dieser Konfiguration konnte ein spektakuläres Uhrwerk verwirklicht werden: Tatsächlich ist der doppelte Tourbillon vollständig sichtbar, und seine Abmessungen machten es möglich, den Mechanismus in eine Armbanduhr einzubauen, die sich auch wirklich tragen läßt. Die Erfindung von Greubel Forsey erlaubt ein erstklassiges Leistungsniveau, wie ein Vergleich des Ganges in den verschiedenen Positionen der Armbanduhr zeigt. Sie wurden beim Double Tourbillon 30° simuliert, indem man zuerst die Gang-abweichungen bei fix montierter Greubel-Forsey-Unruh (ohne Tourbillon), dann bei einer Unruh in einem einzigen Drehgestell (klassischer Tourbillonmechanis-mus) und schließlich bei der Konfiguration des Double Tourbillon 30° maß. Die beste Performance wurde durch eine Reihe von Werten dargestellt, die sich einer Geraden annäherten.